Ein Phallslos. Mein Phallslos.

10.09.2015 21:09

Ich schreibe jetzt einmal einen Satz von zeitloser Schönheit hin.

Wo? Da:

Si tu te sais totalement fou, sois rassuré que c'est elle qui est totalement folle.

Ein Glas Bordeaux, vom guten, hilft, den Hinter(n)sinn dieses Satzes zu verstehen.

Oder eine Flasche. Diesfalls auch vom weniger guten.

Meine Maße? 36 - 60 - 44. Summe: 140. Die Lösung: 22.

Von schönheitsloser Ewigkeit ist jedenfalls die eigene Dummheit. Gegen die ist allerdings ein Kraut gewachsen. Dies ist indes nicht käuflich erhältlich. Also, legal. Warum brennen sich gute Erfahrungen nicht ebenso ins Herz ein wie schlimme Enttäuschungen, böse Demütigungen, schäbige Verhaltensweisen?

Est-ce que nous sommes tous élevés en fûts de chêne? Moi, je suis sûr que j'ai été élevé en fut de gêne pendant les années dernières... Cette fut, elle a un nom. En restons silencieux. (Allegro. Con. Brio.)

Was immer du tust, worum immer du dich bemühst, nichts in dieser Welt ist von Bestand. Weniger noch ist von Verstand. Das immerhin ist eine Lehre, die man(n) ziehen kann aus den Erfahrungen, mit denen das Leben dich ungefragt zuscheißt. Beispiel gefällig? Du lieferst dich jemandem mit Haut und Haaren aus, über viele Jahre, steckst deine Bedürfnisse zurück, freust dich über die geringste Zuwendung, um die du nicht betteln musst, denkst an nichts anderes als an das Wohlergehen der Geliebten (Sg./Pl.), feierst jedes Lächeln in ihrem Gesicht, als gälte es dir, redest dir ein, die über Raum und Zeit weit hinausreichende Zuneigung beruhe auf Gegenseitigkeit, bist sogar lange erfolgreich dabei - und ein Blitz aus gar nicht heiterem Himmel zerreißt die Umnachtung, zeigt dich dir in deiner unendlichen Verblendetheit, lässt dich ins Bodenlose stürzen, in kalter Grausamkeit erkennen, dass sie nie auch nur annähernd dasselbe für dich empfunden hat, denn sonst könnte der Blitz nicht einschlagen, der Boden nicht so widerstandslos nachgeben, die Grausamkeit nicht so eiskalt von allem Besitz ergreifen, was dir lieb und teuer ist.

Einen Tropfen Balsam gibt es jedoch in diesem Meer aus Wermut: die sichere Erkenntnis, die unbeirrbare Überzeugung, dass bei aller eingestandenen eigenen Dummheit die Blödheit der anderen bodenlos ist, ihre Naivität beispiellos, ihre pubertäre Infantilität ungeachtet ihrer vielen Jahresringe grenzenlos. Was sie verbindet, ist nichts als das Lose ihres oberflächlichen Wesens, eine Verbindung (keine Verbindung), die nicht hält, soviel ist sicher. Armseligkeit, Erbärmlichkeit, euer doppelter Name ist ... En reston silencieux.

Gehen wir heim. O gehen wir. Jeder dorthin, wohin er gehört.

Quelle honte! Impardonnable.

Con. Fin?

 

 

 

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