Der akritischen Betrachtungen dritter Teil

31.10.2015 11:07

Lug und Trug.

Zwei böse Wörter mit u.

Es heißt, man solle nicht jemandem nachlaufen, der auch ohne einen glücklich ist. Woher aber weiß man, dass er wirklich glücklich ist ohne einen? Vielleicht wäre er ohne zwei glücklicher, weiß es aber selber nicht. Und heißt glücklicher sein glücklich sein? Woher weiß man, à propos, selber, dass man wirklich glücklich ist, oder auch nur wirklich?

Was ist so schwer an einer Entscheidung? Ent-Scheidung, das Wort beinhaltet ex negativo ein Ja zur Bindung, es spricht ein Nein zur Trennung. Wer sich ent-scheidet, lässt aus der Zwei eins werden, tritt aus der Ambivalenz heraus, bekennt sich zur Einzigartigkeit seiner selbst und des anderen, des einen anderen und nicht des anderen einen. Die Entscheidung schließt nicht aus, sondern ein - sie ist ein Entschluss, der Schluss macht mit der Zweideutigkeit zugunsten der Vielfalt des Einen, das immer wieder neu und anders ist, ohne sein Gesicht zu ändern noch es zu verlieren.

Kann man ohne Einen glücklich sein? Ist es nicht das gemeinsame Glück, das eint - in den vielen Momenten der Zweisamkeit, einer wirklichen, die ohne einen weiteren auskommt, der jeder Moment der eine ist und nicht schon oder auch noch der andere?

Wirklich sind nur Lug und Trug. Alles andere ist Unfug. Was sich nicht fügt, ist trüglich. Selbst das Glück ist ein Trug, ein geglückter. Wem die Lug glückt, dem fügt sich das Glück zum Trug - seiner selbst. Die Entscheidung dazu kann einem niemand abnehmen. Man kann sie freilich nur einmal treffen. Oder nicht.

Bin ich ohne einen glücklich? Bin ich ohne Glück einer? Wenn mich, wenn uns das eine gemeinsame Glück nicht eint, was dann?

Eine Entscheidung.

Eine (glückliche) Fügung.

So schwer ist das nicht.

Es wird sich fügen:

Fug. Und Recht.

Ein gutes Wort mit u. Und eh.

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